für jeden leicht gemacht! Was ist Mythos und was die Realität?

Realität #1 – Genauigkeit einer Handyortung!

Realität #1 – Genauigkeit einer Handyortung!

29.07.2012

Im Fernsehen, vor allem in Krimis, sieht man Polizeibeamte vor einem Bildschirm sitzen und Bewegungen eines Handys von einem Verdächtigen verfolgen. Die Ortung, so scheint es, ist immer punktgenau. Die Realität sieht aber anders aus. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Handyortung nur so genau ist, wie die Dichte der verteilten Mobilfunkmasten in dem zu ortenden Gebiet ist. Was bedeutet das? Aufmerksamen und technisch versierten Lesern ist aufgefallen, dass das Ergebnis einer Handyortung nicht durch eine Dreieckpeilung bestimmt wird. Ganz genau! Zur Ermittlung des Standortes wird lediglich der Mobilfunkmast herangezogen, in dem sich das zu ortende Handy, zum Zeitpunkt der Abfrage, eingebucht hat. Warum ist das so? Eine Dreieckpeilung wäre theoretisch machbar, aber die Netzbetreiber haben für diese Form der Ergebnisermittlung nie die notwendige Hardware angeschafft. Somit kann nur ermittelt werden, in welchen Mobilfunkmast sich das zu ortende Handy gerade aufhält. Hierbei handelt es sich um eine s.g. Zellortung. Nach den zuvor gewonnenen Erkenntnissen kann man nun aussagen, dass in großen Städten und Ballungsgebieten, dort wo die Dichte der Mobilfunkmasten relativ hoch ist, eine genauere Handyortung möglich ist. Dort sind die Masten in 50 – 400 Meter abständen zueinander aufgestellt. Also kann dann hier auch mit der gleichen Ortungsgenauigkeit von 50 – 400 Meter gerechnet werden. Beispiele: München ca. 50 Meter, Ruhrgebiet um die 250 – 300 Meter und Berlin 350 – 400 Meter. So „gut“ wie es in Städten und Ballungszentren aussieht, umso weniger gut sieht es in ländlichen Gebieten aus. Man kann sich vorstellen, dass in ländlichen Gebieten, weil dort weniger Menschen leben und auch somit weniger telefonieren möchten, die Netzbetreiber weniger Masten ausgestellt haben. Aus diesem Grund haben die Erfahrungen einen Mittelwert von 3000 Metern ergeben. Selbstverständlich können sich hier auch besser, aber auch schlechtere, Ortungswerte erzielt...