für jeden leicht gemacht! Was ist Mythos und was die Realität?

Mythos #4 – IMEI-Ortung

Mythos #4 – IMEI-Ortung

22.11.2012

Bei der Allgemeinheit geistert das Wissen umher, dass ein Handy anhand seiner IMEI-Nummer (International Mobile Station Equipment Identity) geortet werden kann. Die IMEI ist die weltweit einmalige 15-stellige Seriennummer eines GSM-Gerätes, an der es eindeutig identifiziert werden kann. Es ist richtig, dass bei jeder Anmeldung eines Handys oder Smartphones im Mobilfunknetz, dessen IMEI mit übertragen wird. Zusätzlich kann der Netzbetreiber die IMEI des eingebuchten Gerätes so oft abfragen, wie er möchte. Er weiß somit auch, in welchem Mobilfunkmast das Handy eingebucht ist. Aus den zuvor genannten Punkten wäre es jetzt kein Problem, eine „wahre“ Handyortung anhand der Geräte-IMEI durchzuführen. Jedoch verhindert eine simple Kleinigkeit diese Art der Handyortung. Die Netzbetreiber haben einfach solche Abfragen nie in ihre Systeme implementiert. Somit kann auch niemand den Handyaufenthaltsort im deutschen Mobilfunknetz ermitteln. Nur eine Handyortung mittels der eingelegten SIM-Karte von T-Mobile, Vodafone oder O2 (Stand Nov. 2012) ist möglich. Eine Erklärung zur GSM-Ortung per SIM-Karte finden Sie hier. Fazit: Eine IMEI-Ortung ist nicht und eine SIM-Karten-Ortung ist...

Mythos #2 – kostenlose Handyortung

Mythos #2 – kostenlose Handyortung

04.09.2012

Um das gleich vorweg zu nehmen. Eine kostenlose Handyortung gibt es nicht! Im GSM-Bereich: Obwohl die Netzbetreiber von jeder deutschen SIM-Karte die Standortdaten besitzen und auch einige Zeit speichern (Speicherdauer von Netzbetreiber zu Netzbetreiber unterschiedlich), geben sie sie nicht kostenlos an uns weiter. Lediglich durch eine richterliche Anordnung, in einer schwerwiegenden Straftat, müssen die Netzbetreiber die Standortdaten an die Polizei kostenlos aushändigen. 2002 haben die Netzbetreiber erkannt, dass man die sowieso vorhandenen Standortdaten deutscher SIM-Karten gut verkaufen kann. Schnell hatten sich einige Firmen darauf spezialisiert und Internetdienstleistungen angeboten, die diese Daten bei den Netzbetreibern einkauften, schön in Straßeninformationen und Landkarten verpackten und an zahlende Kunden zur Verfügung stellten. Auch werden bis heute keine s.g. Flatrates angeboten, da die Preismodelle der einzelnen Netzbetreiber dieses nicht vorgesehen haben. Sie lassen sich jede einzelne Handyortung bezahlen. Aus diesen Grund muss man sehr vorsichtig sein, wenn Sie eine Werbung im Internet sehen, die eine kostenlose GSM-basierte Handyortung anbietet. Eine Ortung für einen einmaligen Test zur Kundengewinnung kann es durchaus geben, aber niemals dauerhafte kostenlose Handy- oder Smartphoneortungen. Im GPS-Bereich: Wenn Ihr Handy oder Smartphone über ein GPS-Modul verfügt, so kann dieses eingeschaltet werden und Ihr Gerät ermittelt seinen Standort, sofern es Verbindungen zu GPS-Satelliten besitzt. Diese Prozedur ist zuerst einmal völlig kostenlos. Sie können die ermittelten Koordinaten mit Hilfe einer gespeicherten Karte nutzen, um sich z.B. in einer fremden Stadt zurechtzufinden oder sich das nächste Restaurant anzeigen zu lassen. Aber ist denn die Karte schon kostenlos? Einige auch noch so kleine Karten-Apps kosten, auch wenn nur einige Euro. Somit ist es nicht mehr kostenlos. In der Regel kann man aber sagen, wenn Sie sich an Ihrem eigenen Handy selber orten und sich das Ergebnis anzeigen lassen, ist es fast kostenlos bis sehr sehr günstig. Wenn Sie jedoch ein anderes Handy, vorausgesetzt Sie besitzen die Erlaubnis dazu, orten möchten, dann wird es erstens etwas komplizierter und zweitens auch kostenpflichtig. Auf die technischen Details wird in diesem Artikel nicht eingegangen. Nur so viel dazu. Es gibt bei einer GPS-Fremdortung eine Push- und eine Pull-Möglichkeit. Push, das geortete Handy oder Smartphone sendet Ihnen seine Standortinformationen auf Ihr Handy per SMS oder zur Abrufung an ein Internetportal per Datenübertragung. Pull, Sie sprechen...

Mythos #1 – Jetzt kann jeder jeden orten!

Mythos #1 – Jetzt kann jeder jeden orten!

27.07.2012

Grundsätzlich wäre diese Aussage richtig. Die aktuellen Standortdaten eines jeden, im deutschen Mobilfunknetz eingebuchten, Handys oder Smartphones sind gespeichert. D.h. die vier deutschen Netzbetreiber, Vodafone, T-Mobile, e-plus und O2 halten diese Daten unterschiedlich lange bei sich gespeichert. Nur die Herausgabe ist nicht so einfach gestaltet. Einige Hürden sind dabei zu überwinden. Zuerst kann niemand zu einem der Netzbetreiber gehen und sich dort über den aktuellen Standort eines x-beliebigen Handys informieren. Diese Daten werden auf keinen Fall herausgegeben. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass viele Mitarbeiter der Netzbetreiber noch nicht einmal selber wissen, dass ihr Unternehmen solche Informationen besitzt und sie über andere Wege abrufbar sind. Es gibt nur einen Weg einer Privatperson, sich über den aktuellen Standort eines Handys zu informieren, indem sie sich bei einem der zahlreich im Internet befindlichen Handyortungsanbieter anmeldet und darüber die aktuelle Position SEINER EIGENEN Handys abruft. Eine Ortung fremder Handys wäre strafbar. Dass dieses nicht passiert, dafür hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben. Jedes Handy, welches geortet werden soll, muss vorab per SMS zum Orten freigeschaltet werden. Ohne die Freischaltung werden keine Ortungsergebnisse ausgegeben. Aus diesem Grund ist es dann eigentlich auch nur möglich, seine eigenen Handys (Smartphones) oder die seiner Kinder oder Schutzbefohlenen zu orten. Auf der anderen Seite hat die Polizei die Möglichkeit ein Handy zu orten, aber auch nur, wenn über die Staatsanwaltschaft ein Richterbeschluss erlassen worden ist. Das wird aber nur in die Wege geleitet, wenn Gefahr in Vollzug ist oder Leib und Leben bedroht sind. Das aber ist ein anderer Mythos, auf dem zukünftig eingegangen...